Neues aus dem Fotolabor II

Im letzten Jahr hatten zwei unserer Teilnehmer*innen einfach mal Lust, sich die Kamera zu schnappen und in unseren Garten zu ziehen, um dort ein paar Fotos von den herrlichen Blüten zu machen. Wie es der Zufall so wollte, entdeckten sie sogleich eine Sonnenblume… auf die auch schon einige Hummeln aufmerksam geworden waren… fleißige Insekten bei der recht zügigen Verrichtung ihrer Arbeit… weshalb es galt, möglichst schnell zu fotografieren und keinerlei Zeit zu verschwenden, um die Kamera korrekt einzustellen. Ein Schnellschuss eben, bevor die Hummeln hurtig zur nächsten Blüte aufbrechen…

Manchmal gelingt so ein Bild! Der Schnappschuss ist gestochen scharf, der Ausschnitt genau richtig – nur die Belichtung ist ein wenig zu hell geraten. Doch hier kommt jetzt die Bildbearbeitung ins Spiel. Das Original ist nicht nur zu hell, es fehlt auch Kontrast und die Farben sind zu wenig gesättigt: Die feinen Strukturen von Flora und Fauna sind leider kaum sichtbar. Lädt man das Bild nun in den sogenannten RAW Konverter und drückt für die Korrekturen, wie beispielsweise den Weißabgleich, einfach auf „Automatisch“, kommt allerdings ein eher dunkles und viel zu kühles Bild heraus.

Wenn ein annähernd realistisches Bild gewünscht ist, müsste der eine oder andere Regler also durchaus individuell betätigt werden, natürlich immer ganz nach Geschmack. Und mit ein paar Einstellungsebenen und weiteren kleineren Korrekturen sieht das Foto schließlich auch schon sehr ansehnlich aus.

Bis hierhin sind die Grundsätze der Bildbearbeitung bereits befriedigend erfüllt. Doch richtig spannend wird es ja immer erst dann, wenn man nach dem Pflichtteil noch eine Kür folgen lässt. Jetzt kann schließlich noch die eine oder andere kreative Variante erstellt werden, zum Beispiel eine Version in Schwarz-Weiß. Hierbei sollte man allerdings nicht nur die Farbe per Knopfdruck rausziehen, das sieht in der Regel lau und langweilig aus. In manueller Handarbeit, gerne mit Silver Efex Pro aus der NIK Collection aber auch mit Photoshop, lassen sich jedoch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Zu guter Letzt lässt sich mit verschiedenen Einstellungsebenen und diversen Filtern auch noch ein gänzlich anderer Look ausprobieren. Es empfiehlt sich, die Bildvarianten anschließend etwas ruhen zu lassen, um die Ergebnisse später noch einmal frisch wirken zu lassen: Welche Version könnte der Favorit sein? Entstehen bei der erneuten Betrachtung vielleicht noch ein paar weitere Ideen?

Manchmal braucht es durchaus etwas Zeit, um zu einem guten Bild zu gelangen. Im Falle unseres Blütenbildes, einem Schnappschuss aus dem vergangenen Jahr, hat es sich gelohnt, ein fast vergessenes Foto noch einmal aus der Schublade zu ziehen.

©Foto/ Text: Köhler/ Brem

(M)ein Kiez III

#AktionsRaumOnTour – Teil 3

Herr Zarei und ich machten uns mal wieder auf die Suche nach spannenden Orten im Kiez. Und diesmal wählten wir das Sowjetische Ehrenmal der Schönholzer Heide in Pankow aus. Von 1947 bis 49 von der Sowjetischen Militäradministration errichtet, gedenkt das Ehrenmal den im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee, von denen über 13.200 auch hier bestattet sind.

Im Anschluss an unseren Besuch schildert mir Herr Zarei seine Eindrücke, der Ort hinterlässt durchaus gemischte Gefühle. Hier lägen schließlich viele Soldaten begraben, man sähe die Gräber und zahlreiche Tafeln mit russischer Innschrift. Es sei zwar ein sehr ruhiger Ort, an dem man gut seine Gedanken verfolgen könne… und die Vögel zwitschern dazu, da ja nun endlich Frühling sei. Dennoch wirke alles auch reichlich düster, bedrückend und traurig. Kurzum: „Scheiß Geister hier!“

Herr Zarei würde das Ehrenmal nicht noch einmal besichtigen und deswegen nicht weiterempfehlen… vielleicht nur um die Bäume zu besuchen, die hier in Reih und Glied gepflanzt wurden. Woanders genossen wir anschließend gemeinsam die Frühlingssonne

©Text/ Fotos: S.Konaretzki / H.Zarei

PSYCHOSE

Song von Danny Heinrichs

Hallo liebe Leser*innen,

mein Name ist Danny und ich bin seit knapp zwei Jahren im AktionsRaum.
In meiner Freizeit mache ich leidenschaftlich gerne Musik. Das heißt, ich komponiere Lieder, schreibe Texte und rappe. Das Lied „Psychose“ ist in der Corona-Zeit 2020 entstanden. Das Instrumental habe ich mir gratis aus dem Internet gezogen.
In dem Song spreche ich über meine drogenindizierte Psychose, die ich vor ein paar Jahren hatte und mit der ich auch heute leider noch ab und an zu kämpfen habe.
Die Teilnahme im AktionsRaum tut mir sehr gut, da ich mich dort auch kreativ betätigen kann. Das obige Bild zu meinem Lied habe ich beispielsweise im Aktionsfeld Fotografie mit Photoshop erstellt.
Ich hoffe, euch gefällt der Track und ich würde mich freuen, wenn ich euch in dieser schweren Zeit ein wenig Kraft damit geben kann.

In diesem Sinne…
bleibt gesund 😊!

Flora und Fauna aus dem Effeff

Impressionen einer Hospitierenden

Mittwochvormittag im Atelier? Nee, nee!
Im Garten hinterm Haus suchen wir uns was aus!

Mit dem Wunsch nach frischer Luft packen wir Wasserfarbe, Pinsel und Stifte in unsere Taschen und entscheiden uns zum Malen im Freien. Schließlich ist ja schon Mitte Mai… Treppe runter, Treppe hoch… hallo Frühling, hallo Gartenkräuter und Heilpflanzen!
Sogleich stehen wir inmitten von Beeten und bestimmen mit gefährlichem Halbwissen, mit unseren Geschmacks- und Geruchssinnen als auch mit zwei Smartphone-Apps so ziemlich jedes Pflänzchen, dass sich uns entgegen streckt – und zwar Zweisprachig!
Allerdings fällt uns nach einer knappen Stunde Rundgang samt Pflanzenlehre auf, dass der Frühling doch noch stark zu wünschen übrig lässt. Bevor wir also gänzlich erfrieren begeben wir uns wieder ins Warme, zusammen mit frischen Blättern, Blüten und Pflanzen, die wir als Vorlage zum Malen und Zeichnen ausgesucht haben.

Beim Genuss einer warmen Tasse Tee entstehen innerhalb der nächsten Stunde allerhand Bleistiftportraits, von jungen Kastanienblättern, wildem Vergissmeinnicht und zarten Waldmeisterblüten, im Freihand- und im Pauschverfahren. Wir tauschen uns aus über die Herausforderungen und Empfindungen beim Zeichnen und entwickeln natürlich auch erste Ideen für die farbliche Inszenierung unserer Werke beim nächsten Treffen… denn plötzlich – wer hätte es gedacht – ist schon wieder Mittwochnachmittag.
Danke! Schön war das!